Der Bezirk Zürich-Oberland feiert gemeinsam Gottesdienst in Uster

01.06.2025

„Siehe, ich mache alles neu.“ (Offenbarung 21,5) – Mit dieser machtvollen Verheissung stand der Gottesdienst für alle Gemeinden des Bezirks Zürich-Oberland unter dem Leitgedanken der Erneuerung durch die Macht Gottes. Apostel Reto Keller wies zu Beginn darauf hin, dass Gott unabhängig von der Zahl der Anwesenden in voller Kraft und uneingeschränkter Liebe gegenwärtig ist.

„Gnade und Friede von dem, der da ist und der da war und der da kommt“ (Offenbarung 1,4) – dieses Bibelwort stand sinnbildlich für die bleibende Gegenwart und Wirksamkeit Jesu Christi.

Der Apostel zeigte auf, wie das Kommen Jesu als Mensch, sein Erlösungswerk, die Sendung des Heiligen Geistes und die Verheissung seiner Wiederkunft, einen völlig neuen Zugang zu Gott geschaffen haben. Besonders betonte er die Bedeutung des Wortes „Siehe“ als Aufruf zur Achtsamkeit. In vielen zentralen Momenten der Heiligen Schrift – bei der Geburt Jesu („Siehe, ich verkündige euch große Freude“; Lukas 2,10), bei der Taufe („Siehe, das ist Gottes Lamm“; Johannes 1,29), oder der Verheissung der Wiederkunft Jesu („Siehe, ich komme bald“; Offenbarung 22,12) – markiert dieses Wort eine göttliche Zäsur und fordert dazu auf, innezuhalten, aufmerksam zu sein und zu erkennen: "Gott handelt – jetzt." 

Die Aussage „Ich mache alles neu“ kann nur der dreieinige Gott in seiner Autorität und Schöpferkraft aussprechen. Diese göttliche Erneuerung umfasst nicht nur Vergangenes, sondern ist im Hier und Jetzt erfahrbar – in der Gnade, im Frieden des Auferstandenen, in der Kraft des Heiligen Geistes, im Sakrament des Heiligen Abendmahls. Er schafft in uns auch immer wieder ein reines Herz und gibt uns einen neuen, beständigen Geist (Psalm 51,12). Ein Schlüsselmoment war der Aufruf, sich mit Gottes Hilfe selbst zu erneuern: neuer Mut, neue Freude am Dienen, neues Vertrauen, eine neue Sicht auf den Segen – nicht nur als etwas Materielles, sondern als das, was uns zum Heil führt, so der Apostel in seiner Predigt.

Der Vorsteher der Gemeinde Gossau ZH griff diesen Gedanken auf und stellte die Frage: „Glaubst du das?“ Er erinnerte daran, dass Gott auch heute Neues im Leben eines jeden schaffen will – beginnend in der Taufe, durch das Wirken des Heiligen Geistes. Der Glaube daran sei entscheidend: „Gib dem Herrn eine Chance, Neues in dir zu schaffen – und glaube daran.“

In seinem Predigtbeitrag sagte der Bezirksvorsteher des Bezirks Zürich-Oberland: "Wenn Gott Neues schafft, muss das keine Angst machen. Im Gegenteil – es ist Grund zur Freude, denn es ist der liebende Vater, der handelt. Und was neu kommt, wird uns nicht fremd vorkommen – wir sind bereits heute durch den Geist Gottes darauf vorbereitet. „Wir werden staunen“, so seine Zuversicht."

Höhepunkt eines jeden Gottesdienstes ist das Sakrament des Heiligen Abendmahls. Die Gläubigen sind eingeladen, dieses in tiefer Dankbarkeit zu empfangen, verbunden mit dem Wunsch, in der vorhergehenden Sündenvergebung auch Gnade für unbewusste Sünden zu empfangen (vgl. Psalm 19,13). Apostel Keller richtete abschliessend einen tiefgehenden Appell an die Gottesdienstteilnehmenden: „Lasst uns neu apostolisch sein!“

Die musikalischen Beiträge des Chores, verstärkt durch Kinderstimmen und des Orchesters aus dem Bezirk Zürich-Oberland, bereicherten den Gottesdienst und schufen eine feierliche Atmosphäre. Der anschliessende Apéro bot Gelegenheit zum Austausch und vertiefte das Gemeinschaftsgefühl unter den Teilnehmenden.