Denn wer den Namen des Herrn anruft, wird selig werden!

05.11.2023

Mit diesem Bibelwort aus dem Brief an die Römer, Kapitel 10, Vers 13, hielt Bezirksapostel Jürg Zbinden in seiner «Heimatgemeinde» Bern-Bümpliz am 5. November 2023 einen Gottesdienst für die Verstorbenen. Ihnen wurden in diesem Gottesdienst alle Sakramente gespendet: die Heilige Wassertaufe, die Heilige Versiegelung und das Heilige Abendmahl.

Zu Beginn wies der Bezirksapostel darauf hin, dass sich das Jenseits in jedem Gottesdienst mit dem Diesseits verbindet, um gemeinsam das Wort Gottes zu hören, unter die Freisprache und Sündenvergebung zu kommen sowie den Segen und den Frieden des Auferstandenen mitzunehmen.

Was erwartet die Seelen aus dem Jenseits
Die Heilige Wassertaufe hebt die Distanz zwischen Gott und den Menschen auf. Durch die Heilige Versiegelung gelangen die Getauften zur Gotteskindschaft und durch das Heilige Abendmahl soll das neue Leben immer wieder gestärkt werden.

Was braucht es, um zur Gnade Gottes zu gelangen
Der Weg zu Gott führt zuerst über die Erkenntnis, dass Jesus Christus das Opfer für alle Menschen im Dies- und Jenseits gebracht und dadurch Zugang zum Heil geschaffen hat. Diese frohe Botschaft soll allen verkündet und zuteil werden, darum sind wir aufgerufen, die Apostel in ihrem Wirken zu unterstützen und das Evangelium überall hinzutragen.

Gläubige müssen aber zwischen den eigenen Erwartungen und Gottes Heilsplan differenzieren können und dürfen nicht enttäuscht sein, wenn Gott sie scheinbar nicht erhört. Der Bezirksapostel zitierte in diesem Zusammenhang das Wort aus der Bibel: «Mein Reich ist nicht von dieser Welt».

Zusätzlich zur Erkenntnis ist es ebenso wichtig gut zuzuhören, damit der Glaube entstehen kann, welcher uns Gott als Geschenk darreichen möchte. Der Glaube an die Gerechtigkeit und Liebe Gottes und daran, dass er allen Menschen dasselbe Heil zukommen lassen möchte, ist für uns Menschen manchmal schwierig zu fassen. Dazu erwähnt der Bezirksapostel das Gleichnis der Weinbergarbeiter, welche am Ende des Tages alle den gleichen Lohn erhielten, obwohl nicht alle gleich lange gearbeitet hatten. 

Hat man das Opfer Christi erfasst, die Stimme Gottes vernommen und kann an die Liebe und die Gerechtigkeit Gottes glauben, dann folgt die Umsetzung in die Tat. Vielfach ist uns sein Tun nicht verständlich, dennoch ist Gott so viel grösser als menschliches Denken und menschliche Gerechtigkeit. Gott gibt immer, wenn wir seine Gnade anrufen. Handeln wir daher überzeugt und vertrauen auf Gott.

Weiter gelangt man auch zur Gnade Gottes, wenn man versucht, reinen Tisch zu schaffen und Reue zu zeigen. Die Reue soll aber nicht aus Angst entstehen, sondern das seelische Leiden lindern, indem wir aus freien Stücken die Nähe zu Gott suchen. Der volle Zugang zu Gott und seinem Heil gelingt aber erst, wenn wir auch gegenüber unseren Mitmenschen Reue zeigen und diese um Vergebung bitten.

Es einfach und gut haben
Apostel Thomas Deubel verwies in seinem Predigtbeitrag darauf, dass wir es ganz einfach und gut haben, denn Gott schenkt Gnade, und seine Gerechtigkeit ist Liebe. Es ist nicht an uns, zu richten. Selbstverständlich liebt Gott die üble Tat nicht und mahnt zur Besserung. Wir sollen aber mit unseren Gebeten keine Grenzen setzen, sondern nur auf das Herz schauen. Jesus selbst war überall, um jeder Seele das Evangelium und die Liebe Gottes zu verkünden.

Gnadenangebot Gottes
Zur Einleitung der Handlungen für die Entschlafenen wünschte sich der Bezirksapostel, dass Jesus heute ganz besonders mit seinem ganzen Gnadenangebot wirksam werde. Die drei Sakramente sind Grundlagen, damit die neue Kreatur geschaffen werden kann. Bei diesen Handlungen für die Entschlafenen sollen unsere Seelen empfinden, was den Augen verborgen bleibt.

In diesem Gottesdienst empfingen auch zwei Kinder das Sakrament der Heiligen Versiegelung.