Der Apostel eröffnete den Gottesdienst im Namen des dreieinigen Gottes und bezeichnete diesen Bezug als Grundvoraussetzung für das Feiern eines jeden Gottesdienstes.
In seiner Predigt nahm der Apostel Bezug auf das Eingangslied des Chores «Lass du mich stille werden» und betonte dabei die Wichtigkeit, sich im Gottesdienst ganz der Ruhe und Stille hinzugeben.
Als Grundlage für den Gottesdienst diente das Bibelwort aus Timotheus 1, 7: Denn Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit.
Der Apostel ging im Besonderen auf die Wirkung des Heiligen Geistes in Form von Kraft, Liebe und Besonnenheit ein:
Furcht sei oftmals eine Folge von Enttäuschung und Befürchtung. Ängste können in jedem Alter auftreten und gehören zur Realität unseres Lebens. Auf der anderen Seite stehe die Hoffnung als Folge einer positiven Erwartung. Wer hofft, erhält Zuversicht und Mut zum Handeln.
In seinen Ausführungen verwies der Apostel auf eine Aussage von Stammapostel Wilhelm Leber, der einmal so prägend betonte, dass man seinen Sorgen Grenzen setzen müsse. Dabei erwähnte er, dass wir durch den Heiligen Geist Kräfte erhalten haben, um Ängsten und Sorgen zu begegnen. Gleichzeitig betonte er, dass Gott über Kräfte verfügt, die allein ihm vorbehalten sind, wie beispielsweise die Schöpfungskraft, die Auferstehungskraft oder die Verwandlungskraft.
Der Geist der Kraft soll uns zum mutigen und ausdauernden Glauben befähigen. Die Kraft aus der Höhe half den Jüngern, Verunsicherung und Ängste zu überwinden. Dabei verwies er auf die Begebenheit der Verkündigung der Geburt Jesus an die Hirten durch die Engel, die ihre Botschaft mit den Worten «Fürchte dich nicht!» begannen. Auch beim Unser Vater sprechen wir: «Dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit.»
Der Apostel betonte zudem, dass im Heiligen Geist die ganze Liebe Gottes enthalten ist. Durch den ausgegossenen Heiligen Geist wohnt die Fülle seiner Liebe in uns allen. Der Apostel stellte der Gemeinde dazu die einfache Frage: «Wieviel Liebe war in deinen letzten Worten, Gedanken und Taten?»
Besonders hob der Apostel den Geist der Besonnenheit hervor. Besonnenheit fordere uns auf, Dinge massvoll und im rechten Licht zu betrachten und entsprechend zu handeln. Dabei verwies er auf die Begebenheit der Tempelreinigung. Jesus sei nach Jerusalem gegangen, und «besah ringsum alles» und habe dann das Gesehene anschliessend in Bethanien reflektiert. Erst am darauffolgenden Tag kehrte Jesus nach Jerusalem zurück und vertrieb die Händler aus dem Tempel (Markus 11, 11-12, 15-16). Dieses besonnene, wohl überlegte Handeln soll uns als Vorbild dienen.
Der Bischof erwähnte in seinem Dienen, dass Impulse aus dem Gottesdienst oftmals erst später durch den heiligen Geist ihre Wirkung entfalten. Mit dem Textwort habe Jesus die Jünger stärken und ihnen Mut zusprechen wollen. Während wir heute hierzulande Glaubensfreiheit geniessen dürften, sei dies damals nicht der Fall gewesen. Der Bischof rief dazu auf, Gott auch in schwierigen Situationen zu bekennen.
Auch Bischof Weidmann bekräftigte in seinem Predigtbeitrag die Wichtigkeit der Besonnenheit. Dabei sollen wir eine gewisse Gelassenheit entwickeln, die jedoch nicht mit der Gleichgültigkeit gleichgesetzt werden darf.
Vor der Sündenvergebung spendete der Apostel zwei Kindern den Heiligen Geist. Umrahmt wurde der Gottesdienst von ausdrucksstarken Liedern des Chores.